W. – Ein missverstandenes Leben

Geschichte

George W. Bush wird als kontroversester Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in die Geschichte eingehen. Der zweifache Oscar®-Gewinner Oliver Stone („Platoon“, „JFK – Tatort Dallas“) hat W. schon jetzt ein filmisches Denkmal gesetzt.

In seiner Studienzeit kann sich George Walker Bush nicht so recht entscheiden, was ihn mehr interessiert: Sind es Frauen oder doch eher Alkohol? Beides ist inakzeptabel für seinen Vater George, der politisch hoch hinaus will und seine maßlose Enttäuschung über den Lebenswandel seines Sprosses nicht verhehlen kann. Erst als W. die bildhübsche Laura kennen lernt, reißt er sich am Riemen. Er findet die Religion, sieht das Licht und schlägt den Karriereweg des übermächtigen Vaters ein. Vom Gouverneur von Texas ist es nur ein Katzensprung zum Amt des Präsidenten. Eine unvergleichliche Karriere, keine Frage. Aber als W. nach den Anschlägen vom 11. September in den Krieg zieht, um endlich aus dem Schatten des Vaters zu treten, hinterlässt er einen Scherbenhaufen. Wie konnte das alles nur so schrecklich schief gehen?

Ein überaus provokantes und jederzeit überraschendes Biopic mit Starbesetzung, das den Politiker sucht und den Menschen findet. Sehen Sie „W.“ pünktlich zur Amtseinführung von Barack Obama. Und sagen Sie George zum Abschied leise Servus …

Hintergrundinfos

Er gilt als einer der umstrittensten Präsidenten, den die USA in ihrer Geschichte jemals hatten: George W. (Walker) Bush. In die Amtszeit des 43. Präsidenten (2001-09) von Amerika fallen unter anderem die Terroranschläge vom 11. September 2001, der Krieg gegen den Terrorismus mit Kriegen in Afghanistan und Irak, der Hurrikan Katrina und die große Banken- und Finanzkrise der Jahre 2007/08. Diesem Mann, von dem niemand eigentlich so genau weiss, wie und warum er Präsident geworden ist und der Sätz wie „Was an Büchern mit am besten ist: Manchmal sind da ganz phantastische Bilder drin“ oder „Ich denke, wenn man weiß, was man glaubt, ist es viel einfacher, Fragen zu beantworten. Ich kann ihre Frage nicht beantworten“ abgesondert hat, widmet sich nun die filmische Biographie „W“.

Kein Geringerer als der dreifache Oscar-Gewinner und Star-Regisseur Oliver Stone („Platoon“, „Geboren am 4. Juli“) nimmt sich der Person Bushs an. Nach „John F. Kennedy – Tatort Dallas“ (1991) und „Nixon – Der Untergang eines Präsidenten“ (1995) bereits das dritte Präsidenten-Portrait von Stone, jedoch das erste das noch während der Amtszeit eines Präsidenten in die Kinos kam. Für seinen sowohl kritischen als auch satirischen Film über den zumindest im Ausland extrem unpopulären – und für viele Hauptverantwortlichen des amerikanischen Abschwungs und Ansehensverlust in der ganzen Welt – Präsidenten Bush, verpflichtete Meister-Regisseur Oliver Stone eine mehr als illustre Besetzung: Als Präsident himself agiert der großartige Josh Brolin („American Gangster“, „No Country for Old Men“).

Ihm zur Seite stehen Größen wie Oscar-Gewinner Richard Dreyfuss („Der weiße Hai“, „American Graffiti“) als Vize-Präsident Dick Cheney, Thandie Newton („L.A. Crash“, „Mission: Impossible 2“) als Condoleezza Rice, Scott Glenn („Apocalypse Now“, „Das Schweigen der Lämmer“) als Ex-Verteidigungsminister Rumsfeld oder Toby Jones („Wenn Träume fliegen lernen“, „Kaltes Blut – Auf den Spuren von Truman Capote“ ) als schmieriger Präsidenten-Berater Karl Rove.

Wie für eine Biographie üblich, orientiert sich natürlich auch „W.“ an den Fakten aus dem bewegten Leben des George W. Bush. Beginnend mit seiner Studienzeit am Elite-College Yale rekonstruiert Stone den mit Spitznamen „W“ gerufenen Weg des Mannes aus einer der bedeutendsten Familien der US. Schon dessen Vater George (James Cromwell, „The Green Mile, „L.A. Confidential“) führte als 41. Präsident die Geschicke der Weltmacht. Bei Sohn George W. Läuft es zunächst aber nicht so rund: Er ist zunehmend dem Alkohol verfallen und wird 1976 sogar wegen Trunkenheit am Steuer von der Polizei festgenommen. Der Wandel zum äußerst gläubigen und gottesfürchtigen Mann, der dem Alkohol abschwört, beginnt als er seine zukünftige Gattin Laura (Elizabeth Banks, „Spider-Man“, „Catch me if you can“) kennen lernt. Von diesem Zeitpunkt geht es mit seiner Karriere steil bergauf: Nach Unternehmertätigkeit im lukrativen Ölgeschäft, Mitbesitzer des Baseballteams Texas Ranger schafft er 1994 mit der Wahl zum Gouverneur von Texas den Einstieg in die große Politik.

Unter anderem zeigt er sich dort als glühender Anhänger der Todesstrafe, über 150 Menschen verweigerte er während seiner Amtszeit die Begnadigung. Von dort bis zur Wahl zum US-Präsidenten im Jahre 2001 ist es für den politischen Hardliner nicht mehr allzu weit. Und schließlich geht sein Traum vom Amt des Präsidenten nach einer äußerst umstrittenen Wahl in Florida auch in Erfüllung. Der Film zeigt den oftmals zaudernden und ungelenk wirkenden Bush im Kreise seiner Berater und bei der Entscheidungsfindung, die durchaus „merkwürdige“ Züge hat. Besonderes Highlight in Sachen Komik: Als sich „W“ beinahe an einem Brezel-Stück verschluckt. Das Porträt des Mannes, der in den USA einen riesigen Scherbenhaufen hinterlässt, endet mit den umstrittenen Befehlen für den Irak-Krieg…

„W.“ von Kult-Regisseur Oliver Stone zeigt das Portrait eines der am stärksten angefeindeten Präsidenten der US-Geschichte: George W. Bush. Teilweise grotesk, mitunter zynisch und satirisch, versucht Stone dem Phänomen Bush auf die Schliche zu kommen. Das Ergebnis: 110 Minuten gelungeneUnterhaltung, die jedoch niemals den Ernst der Lage verkennen und auch zum Nachdenken anregen.
Extrem sehenswert!

Biographien

Oliver Stone, geboren am 15. September 1946 in New York, gehört als dreifacher Oscar-Preisträger zu den erfolgreichsten Regisseuren unserer Zeit. Gleichzeitig sind Stones Werke auch zu den am heftigsten umstrittenen Filmen zu zählen, lösen sie doch regelmäßig politische Debatten mit ihrer Brisanz aus.
Oliver Stone wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf, sein Vater Lois Stone ist ein erfolgreicher Broker an der Wall Street, dessen Bankrott Oliver Stone später zu dem Film „Wall Street“ (1987) inspiriert. Stone fängt schon als Junge an, Stücke für Puppentheater zu schreiben, mit neun Jahren beginnt er ein einhundert Seiten starkes Werk über seine Familie und das Leben im Allgemeinen zu verfassen. Er besucht ein Jahr lang, als Kommilitone des späteren US-Präsidenten George W. Bush, die Yale-Universität, bricht das Studium aber ab und geht nach Vietnam, arbeitet dort als Lehrer. Nach seiner Rückkehr schreibt er sich wieder in Yale ein, ist aber derart mit dem Verfassen seines Romans „A Child’s Night Dream“ beschäftigt, dass er die Universität abermals abbricht.
1967 meldet Stone sich freiwillig und kehrt nach Vietnam als Soldat zurück. Laut eigener Angaben sei er von der Heldenverklärung und Romantik der Kriegsfilme über den zweiten Weltkrieg beeinflusst worden, zudem habe ihm sein Vater, ein Republikaner, ihn dazu ermutigt, da es ein gerechter Krieg sei.
Stone meldet sich freiwillig für den Fronteinsatz. Von der Romantik der John-Wayne-Filme ist die Realität weit entfernt, wie er feststellen muss, er wird zwei mal verwundet, einmal durch den Beschuss durch eigene Truppen. Er wird für seinen mutigen Einsatz mehrfach ausgezeichnet, allerdings haben ihn die Erfahrungen im Kriegsgebiet geprägt, so verarbeitet er seine Erlebnisse in kriegskritischen Filmen wie „Platoon“ oder „Geboren am 4. Juli“ (1986, bzw. 1989).
Nach seiner Rückkehr beginnt Stone sein Studium an der Filmhochschule in New York. Er beginnt damit konzentriert Drehbücher zu verfassen, darunter auch „Platoon“. Erste eigene Filme sind der Kurzfilm „Last Year in Viet Nam” (1971) sowie der B-Movie „Die Herrscherin des Bösen“. Für Columbia schreibt er das Drehbuch für „12 Uhr nachts – Midnight Express“, der Erfolg ist überwältigend, Stone selbst erhält als Drehbuchautor den begehrten Oscar 1979. 1986 kommen sowohl „Salvador“ als auch „Platoon“ in die Lichtspielhäuser, beide werden für den Oscar nominiert, für „Platoon“ erhält Stone seinen zweiten Oscar. Zu diesem Zeitpunkt ist Oliver Stone bereits einer der geachtetsten Regisseure und Drehbuchautoren Hollywoods. Auch „Geboren am 4. Juli“ von 1989 wird hochgelobt. 1991 wird „JFK – Tatort Dallas” uraufgeführt. Das Doku-Drama über das Attentat auf John F. Kennedy sorgt für eine politische Debatte epischen Ausmaßes, greift er doch verschiedene Verschwörungstheorien auf und heizt die Diskussion um die Mittäterschaft offizieller Organe erneut an.
Politisch ebenso brisant ist auch „Nixon“. Zuletzt beleuchtet Stone das Leben und Wirken von George W. Bush, dessen Amtszeit von vielfältigen Kontroversen wie den Irakkrieg bestimmt wird und der 2009 mit dem Ende seiner Amtsperiode durch den Demokraten-Kandidaten Barack Obama abgelöst wird.
Stones Filme sind gleichermaßen gelobt und kritisiert worden. Antikriegsfilme wie „Platoon“, „Geboren am 4. Juli“ und „Zwischen Himmel und Hölle“ (1993) zeigten den Schrecken des Krieges, gleichzeitig verschweigt er aber, dass den größten Blutzoll die Vietnamesen zu tragen hatten (geschätzte 1.000.000 Tote gegenüber ca. 60.000 US-Soldaten). Nichtsdestotrotz zerrt Stone den Filmsoldaten aus dem romantisch verklärten Heldenepos und wirft ihn in ein dokumentarisches Filmstück, das den Krieg als das darstellt, was er ist. Die öffentliche Debatte um die Ermordung Kennedys nach der Aufführung von „JFK – Tatort Dallas“ ließ der US-Regierung keine Wahl, als eigentlich noch als geheim klassifizierte Dokumente der Öffentlichkeit freizugeben. Hier wird Stone die Vermengung von Fakten und Fiktionen vorgeworfen, die zu einer Polemisierung der tatsächlichen Ereignisse führt. Ähnlich auch Stones Film „Nixon“ um den Niedergang des Präsidenten Richard Nixon. „Natural Born Killers“ (1994), eigentlich als Satire auf die Glorifizierung und Verharmlosung von Gewalt in den Medien gedacht, wird eben das vorgeworfen, was der Film parodieren sollte. Untermauert wurde diese Kritik durch Fälle von gewalttätigen Übergriffen, die von dem Film inspiriert zu sein schienen. Auch seine übrigen Filme werden heiß diskutiert.
Bei aller Kritik, gehört Oliver Stone doch zu den wichtigsten Regisseuren unserer Zeit, seine Filme bewegen und regen zum Nachdenken an und, vielleicht am wichtigsten, bieten gute Unterhaltung.
Der Schauspieler Josh Brolin wird am 12. Februar 1968 in Kalifornien geboren. Er ist der Sohn des Schauspielers James Brolin und dessen erster Frau Cameron Agee. Seit der Trennung seiner Eltern und der erneuten Heirat des Vaters ist Sängerin Barbra Streisand Brolins Stiefmutter.
Nach einigen Rollen in TV-Werbespots macht Brolin 1985 in seiner ersten Rolle in einem Kinofilm auf sich aufmerksam. Richard Donners „Die Goonies“ überzeugt Kinogänger und Kritiker gleichermaßen und hat auch nach 20 Jahren noch eine treue Anhängerschaft, die ungeduldig auf die geplante Fortsetzung wartet. Der Erfolg von „Die Goonies“ macht Brolin auf einen Schlag berühmt, es folgen viele hochkarätige Leinwandproduktionen und TV-Filme wie auch Serien. Er spielt Wild Bill Hickok in der ABC-Westernserie „The Young Riders” (1989 bis 1992) und die Hauptrolle in “Hollow Man – Unsichtbare Gefahr” (2000).
Josh Brolin wird mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als bester Darsteller in „No Country for Old Men“ (2007) und für seine Rolle als US-Präsident George W. Bush in Oliver Stones „W.“ (2008). Für 2010 ist „Jonah Hex“ mit Brolin in der Hauptrolle angekündigt, zudem gibt es Gerüchte, dass er in der Fortsetzung von „Goonies“ wieder als nunmehr erwachsener Brand Walsh mit von der Partie ist.
Brolin heiratet 1988 die Schauspielerin Alice Adair, der Ehe entspringen zwei Kinder. Nach der Trennung 1992 heiratet Brolin erst 2004 die für „Untreu“ (2002) für den Oscar nominierte Schauspielerin Diane Lane.
Elizabeth Banks, geboren am 10. Februar 1974 als Elizabeth Maresal Mitchell, ist eine US-amerikanische Schauspielerin.
Banks promoviert 1996 an der University of Pennsylvania und lernt dann bis 1998 am American Conservatory Theater Schauspiel. Nach einigen kleineren Fernsehauftritten zieht sie von New York nach Los Angeles und nimmt ihr bekanntes Pseudonym Elizabeth Banks an.
Ihren Durchbruch als Schauspielerin erlebt Banks 2003 mit „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“. Es folgen in den darauffolgenden Jahren erste Hauptrollen, wie zum Beispiel in „Baxter – Der Superaufreißer“ (2005), zudem spielt sie in allen drei „Spider-Man“- Filmen mit (2002, 2004 und 2007).
Ihre Fans freuen sich derweil noch für 2008 auf die Komödie „Zack and Miri Make a Porno“ sowie die George W. Bush-Verfilmung „W.“, in der sie den Part Laura Bushs übernimmt.
Elizabeth Banks ist seit 2005 mit Max Handelman verheiratet.
James Oliver Cromwell wird am 27. Januar 1940 als Sohn des Schauspielers John Cromwell in Los Angeles geboren, wächst in New York auf. Er beginnt seine Karriere beim Film mit Nebenrollen und Gastauftritten in TV-Serien, darunter „M.A.S.H“, „Dallas“ und „Knight Rider“.
Erst in den 90er Jahren wird Cromwell international bekannt, insbesondere seine Oscar-Nominierung für seine Rolle als Bauer Arthur Hoggett sorgt für Aufwind, schnell erhält er weitere Rollenangebote, so die Rolle Dr. Cochranes in „Star Trek: Der erste Kontakt“ (1996). Als Darsteller in der TV-Serie „Six Feet Under – Gestorben wird immer“, die von 2003 bis 2005 produziert wird, erhält er unter anderem eine Emmy-Nominierung. Zuletzt ist er in der Rolle des 41. Präsidenten der USA George Herbert Walker Bush in Oliver Stones „W.“ (2008) zu sehen.
Cromwell ist von 1976 bis 1986 mit Anne Ulvestead verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Nach der Trennung heiratet Cromwell am 29. May 1986 Julie Cobb.

 

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